Denkfabrik sucht nach innovativen Ansätzen für mehr Nachhaltigkeit

Münsterland. Wachsende Müllberge, immer mehr Treibhausgase, dazu ein steigender Ressourcenverbrauch: Um diese Probleme im Münsterland anzugehen, sind ein Umdenken und innovative Ansätze nötig. Wie diese aussehen könnten, damit befasst sich die Denkfabrik „Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft“ innerhalb des Verbundprojekts Enabling Networks Münsterland. Erstmals kamen die elf Mitglieder heute im M44 Meeting Center in Münster zusammen. Dabei lernten sie sich mit Abstand und unter strengen Hygieneauflagen kennen und diskutierten über die Inhalte und Ziele der Denkfabrik.

Im Fokus steht dabei die effiziente Nutzung von Ressourcenpotenzialen. „Die Region kann bei diesem Thema Vorreiter und Vorzeigeregion werden“, betont Bernd Büdding, Leiter des Projekts Enabling Networks Münsterland beim Münsterland e.V. „Das kann auf vielfältige Weise passieren: mit cleveren unternehmerischen Lösungen, mit wissenschaftlichen Spitzenleistungen oder mit prestigeträchtigen Großprojekten.“ Denn eine umfassende zirkuläre Wertschöpfung von Produkten wird mittlerweile nicht nur von Seiten der Politik, sondern auch von der Gesellschaft verstärkt gefördert. Allerdings sind hierfür mehr als nur technische Veränderungen nötig. Auf den verschiedenen Ebenen müssen auch die notwendigen kaufmännischen und administrativen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

„Wichtig ist, dass sich die vielen Kompetenzträger, die es im Münsterland gibt, zu dem Thema vernetzen und gemeinsam Zukunftsstrategien entwickeln“, erläutert Büdding. „Denn auf europäischer und nationaler Ebene stehen viele Fördertöpfe bereit, um vielversprechende Ansätze zu unterstützen.“

Diese Themenkomplexe standen im Mittelpunkt der ersten Gespräche zwischen den Denkfabrik-Mitgliedern aus Wirtschaft, Forschung und regionalen Netzwerken. Input bekamen sie dabei auch von Gotthard Walter vom IWARU – Institut für Infrastruktur · Wasser · Ressourcen · Umwelt der FH Münster. Er hielt einen Impulsvortrag unter dem Titel „Kreislaufwirtschaft – Das System der Zukunft?“.

In der Denkfabrik sitzen Vertreterinnen und Vertreter folgender Unternehmen: ALTEX Textil-Recycling GmbH & Co. KG, Gerhardi Kunststofftechnik GmbH, Klostermann GmbH & Co. KG, HUESKER Synthetic GmbH, Messe und Congress Center Halle Münsterland, Spaleck GmbH & Co. KG, STENAU Entsorgungs-Kreislaufwirtschaft GmbH & Co. KG, Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH.

Daneben wirken aus der Wissenschaft und den Netzwerken mit: Effizienz-Agentur NRW, FH Münster (Institut für Infrastruktur · Wasser · Ressourcen · Umwelt) sowie die WWU Münster (Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie).

„Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere kompetente Unternehmen, Netzwerke und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region zu dem Thema“, betont Bernd Büdding. „Allein, um noch Diskussionen und die Zusammenarbeit in Workshops zu ermöglichen, mussten wir uns bei der Auswahl begrenzen.“

Das nächste Treffen der Denkfabrik ist Ende 2020 geplant. Dann werden bereits die ersten Ideen und Handlungsempfehlungen für die Region erarbeitet. Im Jahr 2021 besichtigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Denkfabrik dann besondere Orte, die sie dazu inspirieren sollen, neue Schritte auch im Münsterland zu gehen.

Die Münsterland-Denkfabriken

Insgesamt entstehen innerhalb des Projekts Enabling Networks Münsterland fünf Münsterland-Denkfabriken mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, der Forschung und regionalen Netzwerken. Darin suchen sie nach Antworten auf Fragen wie: Was brauchen die regionalen Unternehmen, um ihre Kompetenzen auszubauen und wirtschaftlich erfolgreich zur sein? Wo liegen die besonderen Chancen und innovativen Kompetenzen des Münsterlandes? Wie kann sich die Region hier noch besser aufstellen und wertvolle Kooperationen eingehen? Die Zukunftsbetrachtung bezieht sich dabei auf den Zeitraum der nächsten fünf bis zehn Jahre. In diesen Wochen treffen die Mitglieder der Denkfabriken zum ersten Mal aufeinander.

Bis zum Jahr 2022 sollen die Denkfabriken zwei Mal pro Jahr zusammenkommen und in Workshops Zukunftsstrategien entwickeln. Geplant sind auch Exkursionen zu Orten, an denen sich diese Zukunft bereits erleben lässt. Diese Inspirationen fließen dann zurück in die Region und werden auf Veranstaltungen vorgestellt.

Weitere Informationen gibt es bei Bernd Büdding, buedding@muensterland.com oder telefonisch unter 02571 949327.

Mehr zu Enabling Networks Münsterland

Als regionale Verbundinitiative und Nachfolgeprojekt von Enabling Innovation Münsterland unterstützt Enabling Networks Münsterland seit dem Projektstart im September 2019 Unternehmen und Hochschulen im Münsterland dabei, Innovationen zu entwickeln, sie umzusetzen und die richtigen Partner für das Vorhaben zu finden. Das Projekt besteht aus zwei Maßnahmenpaketen: Der zweite Baustein neben den Denkfabriken ist das Technologiescouting. Dabei soll es fünf Technologiescouts geben, die Unternehmen bei der Entwicklung neuer Innovationen unterstützen.

Der Projektverbund mit dem Münsterland e.V. als Leadpartner besteht aus den Wirtschaftsförderungen der Münsterlandkreise und der Technologieförderung Münster sowie den Transferstellen der regionalen Hochschulen und fünf Facheinrichtungen, die Innovationen in ihren Branchen vorantreiben.

Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-Aufrufs „Regio.NRW“ von der Europäischen Union und dem Wirtschaftsministerium NRW gefördert.

Weitere Informationen gibt es auf www.muensterland.com/wirtschaft/innovationen/enabling

Foto: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Forschung und Netzwerken sowie das Team des Projekts Enabling Networks Münsterland kamen heute beim ersten Treffen der Denkfabrik „Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft“ zusammen. Foto: Münsterland e.V.