Neue gesamtstädtische Strategie fokussiert globale Trends

Die Stadtverwaltung stellt sich für die Zukunft neu auf. Der Verwaltungsvorstand der Stadt Mönchengladbach hat in einer Pressekonferenz die neue gesamtstädtische Strategie vorgestellt, die die globalen Trends und stadtspezifischen Herausforderungen im Verwaltungshandeln der nächsten Jahre mitberücksichtigen soll. Fokussiert wird eine ganzheitliche fachbereichsübergreifende Neuausrichtung, die mehr in Themen und Projekten und weniger in Dezernaten denkt.

Die neu geschaffene Stabsstelle I/2 „Strategische Entwicklung“ im Dezernat I, die vom Oberbürgermeister aus einer Reihe bisheriger Stabsstellen zusammengefasst worden ist, ist Antriebsmotor für diesen Wandel, der nur gelingen kann, wenn alle mitmachen. „Jede Kollegin und jeder Kollege, aber auch die aktive Bürgerschaft, sind Teil dieser gemeinsamen Strategie. So wollen wir die ganze Bandbreite der Möglichkeiten ausschöpfen“, so der erste Bürger der Stadt. Im engen Schulterschluss mit allen Dezernaten und Fachbereichen der Stadt soll so eine Balance zwischen strategischen Zielen, Pflichtaufgaben und der Haushaltslage gefunden werden. „Wir stellen uns für die Zukunft neu auf, um uns den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Globale Themen wie Klimawandel und die Auswirkungen auf unsere Stadt, aber auch Themen wie Arbeitslosigkeit, Bildungsprobleme und Integration werden gezielt mit einbezogen, um den Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht zu werden“, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs.

 

Der nächste Schritt nach Masterplan und mg+ Wachsende Stadt

Die strukturelle Veränderung kommt nicht von ungefähr. Sie ist Fortführung eines Denkens, das bereits mit dem Masterplan für Mönchengladbach begann. Der Verein „MG 3.0“ hatte dem Rat der Stadt Mönchengladbach im März 2013 die Ergebnisse vorgestellt. Der Stadtrat verpflichtete sich, den Masterplan als informelle Planung bei zukünftigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwicklungen und Entscheidungen mit einzubeziehen. Aufbauend auf diese Vorlage überführte die 2016 politisch beschlossene Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt diese Idee ins Verwaltungsdenken. Die Ziele waren klar definiert: Wachstum in Qualität zu bündeln. Was zunächst in erster Linie als städtebauliches Ziel verankert wurde, soll nun Schritt für Schritt auch auf alle anderen Bereiche erweitert werden.

 

Bessere fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit

Oft genug gibt es Themen, die unterschiedliche Schnittmengen haben und mit denen sich gleich mehrere Fachbereiche beschäftigen. Demzufolge ist eine bessere und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit das Ziel und eine klare Fokussierung auf die Megatrends. „Strategische Schwerpunktthemen wie Wohnraum, Bildung und Mobilität sind die Treiber unserer Zeit. Sie sind in ihrer Zielsetzung klar definiert und erfordern aufgrund ihrer enormen Komplexität einen hohen Innovationsgrad sowie die Beteiligung mehrerer Dezernate und Bereiche“, erklärt der Oberbürgermeister. Der Klimawandel sei beispielsweise nicht ausschließlich im Fachbereich Umwelt verortet, sondern müsse auch in nahezu allen anderen Bereichen stets mitgedacht werden. „Eine klare Verantwortlichkeit und eine projektorientierte Organisation sollen die Schwerpunktthemen im Verwaltungshandeln fest verankern und sie im Arbeitsalltag allgegenwärtig machen.“

Die strategischen Ziele der städtischen Gesamtstrategie dienen als Richtschnur, um die tägliche Arbeit der Verwaltung auf bestimmte Themen auszurichten. Folgende Eckpunkte sind Teil des neuen Strategieansatzes: Die soziale Struktur im gesamten Stadtgebiet soll gestärkt werden. Wohnraum für alle zu schaffen und die Verbesserung von Bildungserfolgen sind weitere Ziele. Darüber hinaus werden Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Stadtentwicklung und kommunalem Handeln priorisiert. Eine zukunftsorientierte Mobilität ist ein weiterer Schwerpunkt, der Wirtschaftsstandort wird noch stärker auf Wertschöpfung und Wirtschaft 4.0 ausgerichtet. Um diese Ziele zu erreichen, wird auch das Thema Verwaltung auf die Zukunft verstärkt fokussiert, um eine Verwaltung mit einer modernen Arbeitskultur zu befördern. „Darauf aufbauend muss langfristig ein Markenprozess initiiert werden, der klar definieren muss, was der Markenkern unserer Stadt ist. Und der muss sich auch im Handeln der Verwaltung durch entsprechende Maßnahmen widerspiegeln. Wir müssen den Aufbruch der Stadt auch nach außen tragen. Das kann aber nur gelingen, wenn wir die Stadtgesellschaft mitnehmen“, so der Oberbürgermeister.

 

44 Stadtteilen, vier Bezirke, eine Stadt. Gemeinsam Mönchengladbach.

In den vergangenen Jahren hat sich im Stadtgebiet viel getan. Viele wichtige Projekte wurden realisiert, die Dynamik ist allerorts spürbar! Die städtische Gesamtstrategie will auch ein Zeichen an die Bürgerschaft sein: „Mönchengladbach ist eine Stadt der Vielfalt. Wir alle gestalten unsere Stadt. 44 Stadtteile in vier Bezirken bilden eine Gesamtstadt, die nicht nur viel ist, sondern viel kann. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter mit lebenswerten Quartieren und lokalen Besonderheiten“, so Heinrichs. In den Stadtteilen und Quartieren leben die Menschen und engagieren sich für ihr Lebensumfeld. Dieses Engagement prägt die Stadt: In Vereinen, Initiativen, Gruppen und an besonderen Orten kommen Menschen zusammen. Diese Vielfalt soll bewahrt werden. „Als größte Stadt am linken Niederrhein sind wir aber auch mehr als 44 Stadtteile. Wir sind Mönchengladbach. Gemeinsam gestalten wir unsere Stadt, die ihre Vielfalt liebt“, betont der Verwaltungsvorstand bei der Vorstellung der Gesamtstrategie. Im Norden, Süden, Osten und Westen Mönchengladbachs leben 270.771 Menschen aus mehr als 150 Nationen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Religionen. „Gemeinsam sind wir eine Stadt. Gemeinsam können wir unsere Stadt gestalten.

Foto: Eine Stadt. Gemeinsam Mönchengladbach. Zusammen mit Oberbürgermeister Felix Heinrichs (3.v.r.) haben die Beigeordneten Matthias Engel, Dörte Schall, Dr. Gregor Bonin, Michael Heck und Dr. Gert Fischer (v.l.n.r.) die neue Gesamtstrategie der Stadt vorgestellt. ©Stadt MG