Eine
kurze Geschichte der ökonomischen Unvernunft Die
deutsche Wirtschaftspolitik und das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen
Seit Bundeswirtschaftsminister Karl
Schiller halten deutsche Politiker unbeirrt an einer regulatorischen
Ordnungspolitik fest und bewirken damit oftmals das genaue Gegenteil
dessen, was sie erreichen wollten. Bernd Ziesemer führt die
Auswüchse des Irrglaubens vor, man könne durch staatliche Eingriffe
die Wirtschaft erfolgreich steuern.
Einsparungen, die letztlich mehr Geld
kosten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die Jobs vernichten: Mit
schöner Regelmäßigkeit stellen deutsche Politiker die Unsinnigkeit
ihres eigenen Tuns unter Beweis. Doch wie kommt es, dass aus
eigentlich vernünftigen Reformversprechen immer wieder schlechte
Gesetze werden? Wieso entsteht so häufig aus den schönsten
politischen Absichten bürokratischer Murks? Warum produzieren Gesetze
in der Praxis das genaue Gegenteil der ursprünglichen Erwartungen?
Diese Fragen sind längst nicht mehr mit falschen Einzelentscheidungen
oder handwerklichen Fehlern in der Politik zu beantworten.
Auf der Basis seiner wichtigsten Essays
zum Thema Ordnungspolitik zeigt Bernd Ziesemer, dass die Unvernunft in
der deutschen Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik System hat.
Seine These lautet: Deutschland steckt nach so vielen halben Reformen
und grundsätzlichen Fehlsteuerungen so tief in der
Komplexitätsfalle, dass weitere Teilreformen mehr Schaden als Nutzen
anrichten. Verantwortlich dafür ist das »Gesetz der unbeabsichtigten
Folgen«, das, wie Ziesemer beschreibt, inzwischen unsere gesamte
Wirtschaftspolitik prägt. Diese kann die Auswirkungen ihrer eigenen
Entscheidungen immer schwieriger prognostizieren und erreicht nicht
selten das genaue Gegenteil dessen, was sie beabsichtigte. Wie das in
der Realität aussieht, beschreibt der Autor exemplarisch am Beispiel
der Hartz IV-Reformen.
Ziesemer legt den Finger in die Wunde
und analysiert, wie sich das ganze Land Schritt für Schritt in eine
Reformbaustelle verwandeln konnte: Machbarkeitswahn, regulatorische
Ordnungspolitik, Staatsgläubigkeit, ein starres Sozialstaatmodell,
die Abwesenheit ökonomischer Vernunft in der Alltagspolitik und nicht
zuletzt das Versagen der Medien, diese Entwicklung aufzuhalten.
Ziesemer macht unmissverständlich deutlich, dass die deutsche
Ordnungspolitik zerstörerische Folgen hat und plädiert für weniger
starke Eingriffe, denn: Die Voraussetzungen für einen sich selbst
regulierenden und anhaltenden Wirtschaftsaufschwung sind eigentlich
gegeben. Es ist die Politik, die das Land fesselt.
Der Autor
Bernd Ziesemer ist seit über 20 Jahren
als Journalist mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Außenpolitik
tätig. Seit 2002 ist er Chefredakteur des Handelsblatts. Er ist Autor
des Buches Die Neidfalle. Wie Missgunst unsere Wirtschaft lähmt
(Campus 1999) und Herausgeber von Pioniere der deutschen Wirtschaft.
Was wir von den großen Unternehmerpersönlichkeiten lernen können
(Campus 2006).
Eine kurze Geschichte der
ökonomischen Unvernunft
Campus Verlag
205 Seiten
EAN 9783593382357
Euro 24,90
SFR 43,70
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