IHK-Konjunkturumfrage Region Aachen
2010:
Mit Mut und Zuversicht ins neue Jahr
REGIO AACHEN. Die
konjunkturelle Erholung der Wirtschaft im Kammerbezirk Aachen hat
sich weiter fortgesetzt. Dies ist das Ergebnis der aktuellen
Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK), an
der sich rund 330 Unternehmen mit etwa 39.000 Beschäftigten
beteiligt haben.
Inzwischen bezeichnet wieder eine
Mehrheit der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut - und auch die
Geschäftserwartungen sind überwiegend positiv. Vor allem die
Industrie erwartet in den kommenden Monaten steigende Exporterlöse.
"Wir stellen fest, dass viele
Wirtschaftszweige das Tal der Krise durchschritten haben und mit Mut
und Zuversicht in das neue Jahr starten", meint
IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. "Es ist jedoch zu
früh, von einer neuen Boom-Phase zu sprechen, wie es der
Konjunkturklimaindex vermuten lässt. Dafür war die Krise zu
tiefgreifend."
Lage der Industrie verbessert Die
Geschäfte der Industriebetriebe haben sich deutlich gebessert.
Jedes vierte Unternehmen meldet eine gute Geschäftslage, jeder
fünfte Befragte eine schlechte wirtschaftliche Situation. Die
durchschnittliche Produktionsauslastung stieg geringfügig von 72
Prozent auf 74 Prozent an, liegt damit aber immer unter dem
langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig geben zwei von drei
Befragten an, dass sich die Umsätze in den letzten sechs Monaten
verringert haben. Dementsprechend meldet weiterhin eine Mehrheit von
Unternehmen eine verschlechterte Ertragslage.
Dienstleister stabil auf gutem
Niveau Für die Dienstleistungsunternehmen hat sich die Situation
gegenüber der zurückliegenden Umfrage leicht verschlechtert, ist
aber weiterhin positiv. Fast jeder dritte Befragte bezeichnet seine
gegenwärtige Geschäftslage als gut, jeder fünfte als schlecht.
Auch die Ertragslage wird überwiegend positiv eingeschätzt. Handel
mit leicht rückläufigen Tendenzen Die Geschäftssituation im
Handel hat sich geringfügig verschlechtert, ist aber immer noch
überwiegend positiv. 29 Prozent aller befragten Unternehmen melden
eine gute Lage, 27 Prozent jedoch auch eine schlechte
Geschäftssituation.
Geschäftserwartungen steigen
erneut an Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich im
Vergleich zum Herbst erneut verbessert. 29 Prozent der Befragten
rechnen in den kommenden Monaten mit einer günstigeren
Geschäftsentwicklung, 21 Prozent mit einer Verschlechterung der
Geschäfte. Dies gilt auch für die Industrie: Aufgrund der
verbesserten Geschäftslage rechnet jedes dritte
Industrieunternehmen mit einer Verbesserung der Situation, während
nur jedes fünfte einen Geschäftsrückgang erwartet.
Exporterwartungen positiv Die
Exportumsätze in den zurückliegenden sechs Monaten waren erneut
von der Wirtschaftskrise gekennzeichnet. Nur jedes fünfte
Unternehmen konnte seine Auslandsumsätze erhöhen, die Hälfte der
Befragten meldet sinkende Exportumsätze. Wesentlich
zuversichtlicher ist die Wirtschaft hinsichtlich der Exportumsätze
in den kommenden Monaten. 37 Prozent der Befragten erwarten
steigende Exporte, nur 14 Prozent sinkende.
Beschäftigungsplanungen
unverändert negativ Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten
haben sich die Beschäftigungsplanungen trotz der positiven
Entwicklung der Geschäftslage und der guten Aussichten nicht
verbessert. Nur jeder zehnte Befragte rechnet in den kommenden
Monaten mit einer Erweiterung der Belegschaft. Jeder Vierte erwartet
dagegen einen Personalabbau.
"Für den Arbeitsmarkt hängt
vieles davon ab, wie sich die Binnennachfrage entwickeln wird",
erklärt Drewes. Bisher hat sich die Arbeitslosenquote mit einem
Zuwachs von 0,5 Prozentpunkten auf 8,3 Prozent binnen eines Jahres
deutlich geringer erhöht als erwartet. Damit liegt sie
erfreulicherweise auch weiterhin unter der Quote von
Nordrhein-Westfalen (8,6 Prozent).
"Ein zweiter wesentlicher
Faktor ist die ausreichende Verfügbarkeit von Finanzmitteln für
die Wirtschaft. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung zeigen:
Faktisch gibt es keine Kreditklemme", so Drewes weiter.
"Durch die Verschärfung der Finanzierungskonditionen gibt es
jedoch eine 'gefühlte' Kreditklemme. Umso wichtiger ist es, dass
die Banken und Finanzinstitute alle zur Verfügung stehenden Mittel
und Instrumentarien nutzen und auch die Unternehmen entsprechend
beraten." Die Unternehmer sollten die Liquiditätsentwicklung
genau beobachten und frühzeitig den Kontakt zu den Beratern der IHK
Aachen suchen.
Den aktuellen Konjunkturbericht
finden Sie im Internetangebot der IHK Aachen unter www.aachen.ihk.de/konjunkturbericht/
Geschäftslage und -erwartung in
den Kreisen
Stadt Aachen Die
Geschäftslage der Unternehmen in der Stadt Aachen hat sich leicht
verschlechtert. 33 Prozent aller Betriebe bewerten die Lage positiv,
21 Prozent negativ. Der Saldo von + 12 ist der beste aller
Wirtschaftssektoren im Kammerbezirk. Sehr positiv ist die
Geschäftslage im Großhandel (Saldo: + 42) und bei den
Dienstleistern (Saldo: + 32). Die Industrie meldet mit einem Saldo
von 0 eine unveränderte Lage. Die Erwartungen sind leicht positiv.
24 Prozent aller Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der
Lage, 20 Prozent mit einer Verschlechterung. Besonders optimistisch
sind der Großhandel (Saldo: + 26) und die Dienstleistung (Saldo: +
14).
Kreis Aachen Im Kreis Aachen
bezeichnen 23 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 27 Prozent
sind nicht zufrieden. Damit melden die Unternehmen im Kreis Aachen
mit einem Saldo von - 4 als einzige eine eher schlechte
Geschäftslage. Gut geht es vor allem dem Einzelhandel (Saldo: + 60)
und dem Baugewerbe (Saldo: + 100). Die Industrie meldet mit einem
Saldo von - 6 erneut eine rückläufige Geschäftslage. Die
Geschäftsaussichten haben sich dagegen deutlich verbessert. 36
Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, 15 Prozent
mit einer Verschlechterung. Am optimistischsten sind die
Dienstleister (Saldo + 31) und die Industrie (Saldo: + 27).
Kreis Düren Im Kreis Düren
schätzen 25 Prozent aller Betriebe ihre Geschäftslage als gut ein,
15 Prozent als schlecht. Von einer guten Lage berichten vor allem
das Baugewerbe (Saldo: + 100) und die Dienstleister (Saldo: + 25).
Die Industrie meldet mit einem Saldo von + 1 eine verbesserte Lage.
Auch die Geschäftserwartungen sind gestiegen: 32 Prozent erwarten
eine bessere Entwicklung der Geschäfte, 13 v eine Verschlechterung.
Der Saldo verbesserte sich von + 13 im Herbst auf + 19. Gut sind die
Geschäftsaussichten bei den Großhändlern (Saldo: + 50), bei den
Dienstleistern (Saldo: + 32) und im Einzelhandel (Saldo: + 25).
Kreis Euskirchen Im Kreis
Euskirchen hat sich die Geschäftslage deutlich verbessert. 31
Prozent der Befragten bewerten ihre aktuelle Lage als gut, 27
Prozent als schlecht. Damit stieg der Saldo von - 27 auf + 4.
Positiv sieht es sowohl bei den Dienstleistern (Saldo: + 20), als
auch in der Industrie (Saldo: +11 Prozent) aus. Auch die
Geschäftserwartungen haben sich deutlich verbessert. 26 % der
Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschäfte, 22 Prozent
eine Verschlechterung. Besonders positiv sind die Erwartungen im
Großhandel mit einem Saldo von + 46.
Kreis Heinsberg Im Kreis
Heinsberg melden 24 Prozent der Unternehmen eine gute
Geschäftslage, 17 Prozent eine schlechte. Gut geht es insbesondere
dem Einzelhandel (Saldo: + 50) sowie dem Baugewerbe (Saldo: + 31).
Die Industrie meldet mit einem Saldo von + 13 eine verbesserte Lage.
Die Geschäftsaussichten haben sich dagegen verschlechtert. 30
Prozent prognostizieren eine Verbesserung, 37 Prozent eine
Verschlechterung. Mit einem negativen Saldo in Höhe von - 7 sind
die Geschäftserwartungen im Kreis Heinberg die geringsten im
Kammerbezirk. Am zuversichtlichsten ist der Einzelhandel (Saldo: +
7). Besonders negativ sind die Geschäftsaussichten im Großhandel
(Saldo: - 57).
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