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IHK sieht neuen Schub für Eisernen
Rhein an A52
MAAS RHEIN. Für das Projekt
"Eiserner Rhein" als Neubau-Schienenstrecke entlang der
A52 zwischen der Rhein-Ruhr-Region und dem Seehafen Antwerpen soll
es kräftigen Schub geben. Der Schlüssel hierfür: ein
internationales Sicherheitszentrum in Verbindung mit dem Bau der
Schienentrasse, und zwar durch ein Public-Private-Partnership-Modell.
Diesen neuen Ansatz stellte die Niederrheinische Industrie- und
Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve am Mittwoch, 14. April,
anlässlich ihrer Jahres-Pressekonferenz in Duisburg vor.
Dr. Stefan Dietzfelbinger,
Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, bei der die
Federführung in Verkehrsfragen für die nordrhein-westfälischen
IHKs liegt: "Die Wirtschaft braucht angesichts immens
wachsender Gütermengen dringend diese Verbindung, die im Übrigen
auch viele tausend Lkw-Transporte umweltfreundlich ersetzen würde.
Da die öffentlichen Haushalte kaum Spielraum haben, setzen wir auf
das neue Modell. Wir sind davon überzeugt, dass dieses für ganz
Nordrhein-Westfalen zu einem Leuchtturmprojekt mit internationaler
Ausstrahlung werden kann, und zwar durch die Besonderheit des
Sicherheitsaspekts."
Das Thema Sicherheit ist laut IHK
in besonderer Weise vor dem Hintergrund des Home Security Act der
USA zu sehen. Seit den Terroranschlägen müssen Güter, die per
Container in die USA verschifft werden sollen, gescannt werden,
damit gefährliche Inhalte identifiziert werden. Dies findet derzeit
aber nur stichprobenartig statt. Bislang erfolgt das vereinzelte
Scannen in den Seehäfen, so auch in Antwerpen. Aber wohl
spätestens 2014 muss jede Ladung für die USA durchleuchtet werden.
Eine Inlandslösung würde
vielfältige Vorteile für eine effizientere logistische Abwicklung
bedeuten, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Die
geprüften Container könnten hier versiegelt und über den neuen
Eisernen Rhein bis auf die Seeschiffe gebracht werden. Damit würde
dort ein Flaschenhals verhindert. Folgerichtig wäre auch die
Zollabfertigung im neuen Logistik- und Sicherheitszentrum sinnvoll.
Darüber hinaus würde dieses Zentrum als Nukleus für weitere
Dienstleistungen dienen. Dietzfelbinger: "Das könnte zum
Beispiel für eingehende Waren aus dem Agrobusiness-Bereich eine
Rolle spielen, wobei Erzeugnisse etwa aus Übersee auf Schadstoffe
wie Unkrautvernichtungsmittel geprüft würden."
Finanziell ließe sich das Projekt
nach Einschätzung der IHK über eine Festpreis-Lösung für Trasse
und Zentrum erreichen. Wenn hierfür die Weichen gestellt würden,
könnte - folgerichtig - die Deutsche Bahn ins Spiel kommen, die
dann die Infrastruktur komplett übernehmen könnte. Was den
möglichen Standort mit entsprechender Anbindung an den Eisernen
Rhein im Zuge der A52 angeht, sei auch von Investoren eine
entsprechend große Fläche in Brüggen-Elmpt im Kreis Viersen ins
Gespräch gebracht worden.
Insgesamt sieht die IHK mit dem
Ausbau der Schieneninfrastruktur am Niederrhein gute
Entwicklungschancen für den Wirtschaftsstandort. So sei auch
endlich Bewegung in den Ausbau der Eisenbahnstrecke zwischen
Emmerich am Rhein und Oberhausen in Fortsetzung der
niederländischen Betuwe-Lijn gekommen. Den Ankündigungen auf dem
Bahngipfel in Düsseldorf vom 31. März - insbesondere zur
Kostenentlastung für die Kommunen an der Strecke sowie zum
innovativen Lärmschutz - müssten aber auch Taten folgen. Dazu
seien Beschlüsse des deutsche Bundestages und des Düsseldorfer
Landtags notwendig. "Das muss sehr zügig passieren", so
Dietzfelbinger.
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