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Schuldenberg kostet 2.003 Euro
Zinsen pro Sekunde
MRZ. Die Schulden des
Bundes, der Länder und Kommunen werden in diesem Jahr nach
Berechnungen des Bundes der Steuerzahler um 4.481 Euro pro Sekunde
steigen. Damit wächst die deutsche Staatsverschuldung so stark wie
nie zuvor.
Der Präsident des Bundes der
Steuerzahler, Dr. Karl Heinz Däke, fordert daher einen strikten
Sparkurs in allen öffentlichen Haushalten. "Die im
Koalitionsvertrag angekündigte durchgreifende Konsolidierung darf
nicht auf die lange Bank geschoben werden", fordert Däke. Im
Bundeshaushalt könnten jährlich Milliarden Euro eingespart werden.
Die beispielhafte Einsparliste des BdSt im Umfang von 24 Milliarden
Euro liegt der Politik vor und ist auch online verfügbar. Neben
Globalkürzungen über alle Ressorts in Höhe von fünf Prozent der
Ausgaben existieren Einsparpotenziale insbesondere im Bereich der
Subventionen, der Arbeitsmarktprogramme, der
Regionalisierungsmittel, der Zuwendungen sowie der Personal- und
Verwaltungskosten. Der BdSt fordert die Bundestagsabgeordneten auf,
in den laufenden Beratungen zum Bundeshaushalt 2010 die Ausgaben
endlich zu drosseln.
Nach dem derzeitigen Stand ist der
Bund erneut der Schuldentreiber Nr. 1. Er plant in diesem Jahr neue
Kredite im Umfang von 100,3 Milliarden Euro zu beschaffen. Allein
für den Kernhaushalt soll die Nettokreditaufnahme 85,8 Milliarden
Euro betragen. Zudem will sich der Bund für den
Finanzmarktstabilisierungsfonds und den Investitionsfonds
(Konjunkturpaket II) um weitere 14,5 Milliarden Euro verschulden.
Die Nettokreditaufnahme der Länder
und Kommunen wird im laufenden Jahr voraussichtlich 41 Milliarden
Euro betragen. Dabei ist die Haushaltssituation in den einzelnen
Ländern sehr unterschiedlich. So wollen Bayern,
Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gänzlich ohne neue Schulden
auskommen. Im Gegensatz dazu muss Nordrhein-Westfalen mit 6,6
Milliarden Euro die höchste Nettokreditaufnahme aller Bundesländer
verantworten.
Somit werden die deutschen
Staatsschulden im Laufe des Jahres um voraussichtlich 141,3
Milliarden Euro steigen. Zum Jahresende wird der Schuldenberg dann
an der 1,8 Billionenmarke kratzen. Das alles hat einen hohen Preis.
Nach BdSt-Schätzungen betragen die Zinslasten, die Bund, Länder
und Kommunen - also letztlich die Steuerzahler - zu tragen haben, in
diesem Jahr rund 63,2 Milliarden Euro. Das entspricht 2.003 Euro
Zinsen pro Sekunde. "Die Schuldenuhr und die Zinsuhr senden ein
klares Signal an die Politik. Sie muss endlich die Staatsausgaben
begrenzen, statt sie über Schulden von kommenden
Steuerzahlergenerationen finanzieren zu lassen", macht Däke
deutlich.
Gleichzeitig erinnert Dr. Karl
Heinz Däke an die Steuersenkungsversprechen des
Koalitionsvertrages. Selbst vor dem Schuldenberg dürfen diese
Versprechen nicht ad acta gelegt werden. Steuersenkungen und
Konsolidierungen sind machbar, wenn der Staat entschlossen spart und
die Selbstfinanzierungseffekte einer Steuerreform berücksichtigt
werden
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