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NRW & DEUTSCHLAND
Niederrheinische Industrie: Schwaches Quartal 
Umsatzrückgänge bei den Exportbranchen

NIEDERRHEIN. Die Umsatzzahlen der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes am Mittleren Niederrhein entwickelten sich auch im dritten Quartal des Jahres 2009 verglichen mit dem Vorjahr rückläufig. "Die hiesigen Industriebetriebe verbuchten von Juli bis September 2009 einen um 23,7 Prozent geringeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum", berichtet IHK-Geschäftsführer Rainer Növer. Positiv an den Zahlen sei lediglich, dass die Geschwindigkeit des Umsatzeinbruches allmählich nachließe. Denn im ersten und zweiten Quartal des Jahres mussten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes einen noch stärkeren Rückgang ihrer Geschäfte - in Höhe von 30,4 bzw. 31,9 Prozent - hinnehmen. "Anzeichen einer konjunkturellen Trendwende sind angesichts dieser Zahlen also noch nicht in Sicht", so Növer.

Entsprechend ernüchternd ist der Blick auf die Bilanz der ersten neun Monate dieses Jahres. Der Gesamtumsatz der Industriebetriebe am Mittleren Niederrhein ging in diesem Zeitraum um 28,8 Prozent zurück, verglichen mit 25,2 Prozent im NRW-Durchschnitt. "Das Verarbeitende Gewerbe am Mittleren Niederrhein ist somit im Vergleich zum gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen etwas stärker von der Weltwirtschaftskrise betroffen", erklärt Növer.

Getrieben wurden die rückläufigen Umsatzzahlen am Mittleren Niederrhein insbesondere durch die schwächelnden Exportmärkte. Hier betrug der Rückgang 32,2 Prozent. Für die außenhandelsorientierte Wirtschaft des Mittleren Niederrheins mit einer Exportquote von 49 Prozent ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Inlandsmärkte konnten die eingebrochene Auslandsnachfrage nicht abfedern. So war der Umsatz mit Kunden aus dem Inland von Januar bis September 2009 um 25 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum. Im Branchenvergleich fällt auf, dass keine Industriebranche in den ersten drei Quartalen einen höheren Umsatz als im Vorjahreszeitraum erzielen konnte. Lediglich bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten hielt sich der Rückgang mit knapp 4 Prozent in Grenzen. Dagegen mussten insbesondere die konjunktursensiblen Branchen wie die Chemische Industrie und die Metallerzeuger einen Umsatzeinbruch in Höhe von 36 bzw. 42 Prozent verbuchen.

Der teilregionale Vergleich zeigt, dass insbesondere die Industrie des Rhein-Kreises Neuss und der Stadt Krefeld in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 einen gewaltigen Umsatzeinbruch hinnehmen musste. Der Rückgang im Rhein-Kreis Neuss betrug 35,4 Prozent. In Krefeld ließen die Umsätze um 31 Prozent nach. Dagegen war die Entwicklung in Mönchengladbach und im Kreis Viersen mit einem Umsatzminus von 7,6 bzw. 18,5 Prozent noch verhältnismäßig moderat.

Auch die Beschäftigungsentwicklung im dritten Quartal 2009 war negativ. Während sich der Beschäftigungsstand bei den Industriebetrieben Nordrhein-Westfalens zum September 2009 um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerte, bauten die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes am Mittleren Niederrhein 5,9 Prozent der Stellen ab. "Die Entwicklung ist kritisch - im Vergleich zu früheren Krisenjahren sind die Unternehmen aber stärker darauf bedacht, ihre Stammbelegschaft zu halten. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie lange sie dies betriebswirtschaftlich durchhalten können", so Növer.

Vor allem im Kreis Viersen sank die Industriebeschäftigung. Dort waren im September 2009 13,7 Prozent weniger Mitarbeiter im Verarbeiten Gewerbe beschäftigt als im September 2008. Dagegen reduzierten die Industrieunternehmen in Mönchengladbach (-6,2 Prozent), Krefeld (-4,6 Prozent) und im Rhein-Kreis Neuss (-2,3 Prozent) ihre Beschäftigtenzahl in einem geringeren Ausmaß.

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