|
Konjunkturbarometer
Rheinland
MAAS
RHEIN. Dr. Udo Siepmann,
Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, und Dr. Herbert Ferger,
Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, haben heute in der IHK Köln
erstmals das gemeinsame „Konjunkturbarometer Rheinland" der
Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf,
Köln und Mittlerer Niederrhein vorgestellt, das die Lage
verschiedener Branchen im Rheinland beleuchtet.
„Dabei ist die
Lage insgesamt – noch – nicht schlecht, aber die Erwartungen der
Wirtschaft für den weiteren Jahresverlauf sind pessimistisch“,
betonte Dr. Udo Siepmann. Dr. Herbert Ferger erklärte: „Mehr als
die Hälfte der für das Konjunkturbarometer befragten Unternehmen
befürchtet, dass sich ihre Geschäfte im Jahresverlauf
verschlechtern.“
Die Wirtschaft im
Rheinland rechnet in den kommenden Monaten branchenübergreifend vor
allem mit weiter nachlassenden Exportgeschäften. Basis der Analyse
sind die jeweiligen Konjunkturumfragen zu Jahresbeginn bei rund 2400
Unternehmen in den Bezirken der fünf Rheinlandkammern.
Dr. Herbert
Ferger führte beispielhaft die Automotive-Branche an, die in den
IHK-Bezirken Köln und Düsseldorf besondere Bedeutung habe. „Noch
vor einem Jahr befand sich der Maschinen- und Fahrzeugbau in einer
ausgeprägten Boomphase. Zu Jahresbeginn hat sich dieses Bild
drastisch gewandelt. Weit über die Hälfte der in diesem Bereich tätigen
Unternehmen geht von einer schlechteren Geschäftsentwicklung
aus.“ Ähnlich sieht es im Bereich Chemische Industrie aus. Dr.
Udo Siepmann: „Zu Jahresbeginn überwiegen bereits die negativen
Lageurteile mit 37 Prozent gegenüber nur noch 20 Prozent, die von
einer günstigen Geschäftsentwicklung für ihr Unternehmen
ausgehen. Im Herbst 2008 war es im Bereich Chemische Industrie mit
17 zu 40 Prozent noch umgekehrt.“
Die Hauptgeschäftsführer
nannten aber auch Branchen wie den Einzelhandel, Dienstleistungen
und Gesundheitswirtschaft, in denen die konjunkturelle Situation
weniger negativ gesehen wird. „In der Gesundheitswirtschaft sind
die Investitionsabsichten expansiv“, hob Dr. Herbert Ferger
hervor. „18 Prozent der befragten Unternehmen wollen darüber
hinaus weiter einstellen.“ Laut Dr. Udo Siepmann gehen im Bereich
Einzelhandel aktuelle gesamtwirtschaftliche Prognosen sogar von
einer leichten Zunahme der privaten Konsumausgaben aus.
Die fünf
Industrie- und Handelskammern im Rheinland werden künftig halbjährlich
über die wirtschaftliche Lage und die Erwartungshaltung der
Unternehmen berichten. „Mit dem Branchenreport wollen wir einen
Beitrag zum weiteren Zusammenwachsen der Region leisten sowie seine
wirtschaftliche Vielfalt und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für
Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung dokumentieren“,
unterstreicht Dr. Herbert Ferger die Bedeutung der regionalen
Zusammenarbeit auf Kammerebene.
|