TITELSEITE
Krefeld
Mönchengladbach
Kreis Viersen
Rhein Kreis Neuss
Kreis Kleve
Kreis Wesel
Regio Aachen / HS
Rund um Düsseldorf
Rund um Köln/Bonn
Ruhrgebiet
Westfalen
Bergisches Land
NRW & Deutschland
Wirtschaft
Kommunen NRW
Bücher
Musik Aktuell
WESTKICK
Impressum

 

 

NRW & DEUTSCHLAND
Bonner Forscher erzeugen unerschöpfliche Quelle für Nervenzellen

MAAS RHEIN. Bonner Forschern ist es gelungen, aus menschlichen 
embryonalen Stammzellen so genannte Gehirnstammzellen herzustellen.
Diese lassen sich nicht nur nahezu unbegrenzt in Kultur halten, 
sondern können auch als unerschöpfliche Quelle für verschiedene 
Nervenzelltypen dienen. Die Wissenschaftler zeigten zudem, dass sich 
diese Nervenzellen in die Schaltkreise eines Gehirns integrieren 
können. Ihre Ergebnisse sind jetzt in den Proceedings of the National
Academy of Sciences erschienen.
Über Jahre schien die Stammzellforschung in zwei Welten geteilt: 
Auf der einen Seite standen die embryonalen Stammzellen - Alleskönner
mit uneingeschränktem Entwicklungspotenzial. Auf der anderen Seite 
waren die so genannten somatischen Stammzellen, die sich auch aus 
Gewebe von Erwachsenen gewinnen lassen, aber nur begrenzt 
vermehrungs- und entwicklungsfähig sind. Bonner Wissenschaftlern ist 
es nun gelungen, diese beiden Welten zusammenzuführen: Sie stellten 
aus menschlichen embryonalen Stammzellen Gehirnstammzellen her, die 
sich nahezu unbegrenzt vermehren und konservieren lassen. Aus diesen 
stabilen Zelllinien konnten sie im Labor kontinuierlich verschiedene 
Sorten menschlicher Nervenzellen gewinnen. Darunter waren auch 
solche, wie sie bei der Parkinsonschen Erkrankung ausfallen.
Mit den neuen Zellen können die Forscher auch ihren Bedarf an 
embryonalen Stammzellen reduzieren, die bisher für jedes einzelne 
Zellgewinnungsverfahren als Ausgangsmaterial eingesetzt werden 
mussten. "Die Gehirnstammzellen funktionieren wie eine 
unerschöpfliche Quelle: Sie liefert über Monate und Jahre menschliche
Nervenzellen, ohne dass wir dafür weiter auf embryonale Stammzellen 
zurückgreifen müssten", erklärt Professor Dr. Oliver Brüstle, Leiter des Forscherteams.
Dass diese künstlich gewonnenen Nervenzellen auch funktionieren, 
bewiesen die Bonner direkt im Tierexperiment: Nach Transplantation in
das Gehirn von Mäusen nahmen die Zellen Kontakt mit dem 
Empfängergehirn auf. Sie konnten dann sowohl Signale senden als auch 
empfangen. "Das ist der erste direkte Beweis, dass sich Nervenzellen 
aus menschlichen Stammzellen in die Schaltkreise eines Gehirns 
integrieren können", erklärt Dr. Philipp Koch, Erstautor der Studie.
 Übersicht Nachrichten NRW & Deutschland