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IHK-Umfrage: Konjunktur auf Talfahrt: Unternehmen investieren dennoch in die Zukunft

NRW/NIEDERRHEIN. Die Konjunktur in der Region Düsseldorf / Mittlerer Niederrhein befindet sich eindeutig auf Talfahrt. „Während die aktuelle Geschäftslage noch von mehr als jedem zweiten Unternehmen als immerhin befriedigend eingestuft wird, sind die Geschäftserwartungen für das laufende Jahr ausgesprochen pessimistisch“, fasst Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Kammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen. An ihr hatten sich rund 1.000 Unternehmen mit fast 100.000 Beschäftigten beteiligt.

„Die Finanzkrise hat nun endgültig auch die regionalen Realmärkte erreicht. Eindeutig abzulesen ist dies an der Entwicklung des Geschäftsklimaindexes, in den die Meldungen zur aktuellen und erwarteten Geschäftslage eingehen“, erläutert Porschen. „Gegenüber der Befragung im Spätsommer 2008 ist der Index-Wert von 134 auf 59 Punkte abgesackt. Einen solchen Einbruch hat es seit Einführung dieser Messgröße bislang noch nicht gegeben“, so Porschen.

Eine gute Geschäftslage meldeten zurzeit nur noch 16 Prozent der Betriebe, ein Wert, der vor Jahresfrist noch bei 52 Prozent gelegen habe. Immerhin beschäftigten 30 Prozent der Unternehmen aktuell mehr Mitarbeiter als noch vor Jahresfrist. Trotz der massiven konjunkturellen Abkühlung sei es für ein Drittel der an der Umfrage mitwirkenden Firmen nach wie vor ein Problem, in ausreichendem Maße Fachkräfte zu finden. Dies gelte insbesondere für die Investitionsgüterindustrie und das Baugewerbe. Die von der Politik in den letzten Wochen so oft heraufbeschworene Kreditklemme sei in der Region bislang hingegen ausgeblieben. Zwar sprechen 20 Prozent der Unternehmen von mittlerweile verschlechterten Konditionen, doch nur bei 0,2 Prozent der Befragten sei ein Kreditantrag definitiv abgelehnt worden.

Trotzdem bleiben die Perspektiven vorerst getrübt. So haben 62 Prozent der Industriebetriebe gesunkene Auftragseingänge gemeldet. 72 Prozent gehen von einer weiteren Verschlechterung des Inlandsumsatzes und 57 Prozent von einer negativen Entwicklung des Auslandsumsatzes aus. Nach zwei Jahren prall gefüllter Auftragsbücher ist dadurch die Kapazitätsauslastung binnen Jahresfrist von 86 Prozent auf 78 Prozent gesunken. „Dies erklärt auch die mittlerweile verhaltene Investitionsneigung“, stellt der IHK-Hauptgeschäftsführer heraus. 45 Prozent der Betriebe planen rückläufige Investitionsaktivitäten, lediglich 10 Prozent wollen diese ausweiten. „Die schwache Konjunktur wird auch den Druck auf den Arbeitsmarkt wieder erhöhen.“ Unter dem Strich sei daher mit einem gewissen Arbeitsplatzabbau zu rechnen. Allerdings sei es ein positives Signal, dass immerhin 56 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigungsstand halten wollen.

Konjunkturelle Chancen sieht Porschen auch in den sinkenden Rohstoff- und Ölpreisen. „Die Rechnung für die deutschen Ölimporte fällt voraussichtlich um 30 Milliarden Euro niedriger aus als im vergangenen Jahr. Dies entspricht immerhin einem Prozent des deutschen Inlandsprodukts“, so der IHK-Chef. Unterstützend wirkt aber auch in den weiterverarbeitenden Branchen der breite Rückgang aller wichtigen Rohstoffpreise. Die rückläufige Inflationsrate und die vorerst stabilen verfügbaren Einkommen verhindern noch einen Einbruch des privaten Konsums. Auch die Konjunkturprogramme – hierzulande und weltweit – versprechen weitere Impulse.

Die Unternehmen glauben nach wie vor an ihre Zukunft. So liegt das Hauptmotiv bei den Inlandsinvestitionen mit 73 Prozent der Nennungen bei Investitionen in neue Produkte und Verfahren. „Die Unternehmen arbeiten also weiterhin intensiv an ihrer Wettbewerbsfähigkeit und machen sich fit für den nächsten Aufschwung – auch wenn dieser zurzeit noch nicht in Sicht ist.“

 

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