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Frischer Wind für das Problemviertel
Altstadt - Drei Planungsbüros erarbeiteten Entwürfe zur Aufwertung
der Waldhausener Straße
MG. Marode Bausubstanzen und
Verfall der in die Jahre gekommenen Fassaden, ein Gebäudeleerstand
von 15 Prozent, unerwünschtes Rotlichtmillieu und ein Negativimage,
das viele davon abhält, das einst blühende Kneipenviertel in der
Waldhausener Straße aufzusuchen. Dies ist die problematische
Situation, unter der seit Jahren die Altstadt, die einst als
attraktives innenstadtnahes Wohngebiet auch für Gäste von außerhalb
galt, heute massiv leidet. Doch wie lässt sich die optisch stark
vernachlässigte Altstadt im Bereich Waldhausener Straße
städtebaulich wieder aufwerten und zum Publikumsmagneten machen? Mit
dieser Frage befassen sich seit einiger Zeit die
Stadtentwicklungsgesellschaft (EWMG) und der städtische Fachbereich
Stadtentwicklung und Planung, die drei Planungsbüros damit beauftragt
haben, konkrete Entwicklungsperspektiven für das
"Problemkind" Waldhausener Straße zu erarbeiten.
Die Ergebnisse der mit der Planung
beauftragten Fachbüros stellten Stadt und EWMG gestern in der Sitzung
der Bezirksvertretung Nord erstmals vor. Mit der schwierigen Thematik
befassten sich die Architektengruppe "Stadtraum" aus
Düsseldorf, das Aachener Architektenbüro Reicher Haase sowie Bolzen,
Mehring & Partner aus Mönchengladbach. Zum Hintergrund: Bereits
in der Vergangenheit haben Stadt und EWMG angesichts des sichtbaren
Verfalls der Altstadt leerstehende Gebäude aufgekauft, unter anderem
das an exponierter Stelle im Bereich Waldhausener Straße, Ecke
Aachener Straße liegende Gebäude der ehemaligen Gaststätte Caspers.
Statt der Erarbeitung von Einzellösungen für Problemzonen in der
Waldhausener Straße soll nun ein Konzept für den gesamten Bereich
erstellt werden. Die städtebauliche Rahmenplanung zur Steuerung der
künftigen Entwicklung sieht unter anderem einen Ausbau der
Wohnnutzung und ein Zurückdrängen aller störenden und abwertenden
Gewerbenutzungen, Schließung der Baulücken mit multifunktionalen
Stadthäusern, eine Aufwertung der Blockinnenbereiche durch begrünte
Höfe und die Ansiedlung höherwertiger Gastronomie vor.
Dies sieht auch der Entwurf des
Architektenbüros "Stadtraum" vor, das zudem eine Aufwertung
der Plätze im Bereich der Waldhausener Straße/Ecke Aachener Straße
sowie vor dem Dicken Turm an der Turmstiege plant. Zur Entzerrung der
Parkraumsituation für Anlieger ist eine "Quartiersgarage"
unter dem Schulhof der Katholischen Hauptschule Stadtmitte an der
Aachener Straße gegenüber der Altstadt vorgesehen. Dies soll vor
allem die Wohnnutzung im Quartier stärken. Der Bestand des früheren
Haus Caspers soll in der historischen Fassade erhalten bleiben. Auch
das Element Wasser soll in dem Entwurf des Düsseldorfer Büros
berücksichtigt werden. So könnte im Baublock zwischen Aachener
Straße und Gasthausstraße der Gladbach in Erinnerung an den
früheren Bachverlauf wieder freigelegt werden.
Auf der Grundlage des von der
Verwaltung favorisierten Entwurfs von "Stadtraum" sollen in
einem nächsten Schritt in einem Workshop die Planer ihre Entwürfe
vorstellen. Mit dem Workshop erfolgt der Startschuss für einen
offenen Prozess, der in ein städtebauliches Leitkonzept münden soll.
Eine entsprechende Empfehlung gab die Bezirksvertretung Nord gestern
an den Planungs- und Bauausschuss weiter, der sich in seiner nächsten
Sitzung am kommenden Dienstag mit dem Thema befassen wird. Auch die
Öffentlichkeit und die Altstadt-Initiative soll im Rahmen der
frühzeitigen Bürgerbeteiligung eingebunden
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