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BERGISCHES LAND
Bergische Unternehmen verlassen langsam die wirtschaftliche Talsohle

BERGISCHES LAND.
„Die Lage ist schlecht, aber nicht hoffnungslos!“ Mit diesen Worten fasste Friedhelm Sträter, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid, das Ergebnis der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage zusammen. An der Umfrage hatten sich 450 Unternehmen mit mehr als 30.000 Mitarbeitern beteiligt. Nur vier Prozent seien mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die anderen Unternehmen berichten je zur Hälfte von einer „befriedigenden“ oder „schlechten“ Lage. Das sei nur wenig besser als im Frühjahr.

Der wirtschaftliche Absturz hat sich in allen drei bergischen Großstädten vollzogen, besonders schlimm aber in Wuppertal. Die bergische Wirtschaft macht sich jedoch offenbar auf, die Talsohle langsam zu verlassen. „Die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten Monate wird von den Unternehmen deutlich positiver eingeschätzt als noch vor einigen Monaten“, freut sich Sträter. Am optimistischsten sei die Solinger Wirtschaft. Zahlreiche Betriebe erwarten, dass die Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigen werden. Auf der anderen Seite rechnen viele Unternehmen damit, dass sich der Rückgang ihrer Betriebsergebnisse fortsetzen wird, und planen deshalb einen Abbau von Arbeitsplätzen. Der Ausbildungsmarkt zeigt sich in der Krise relativ stabil: So werden die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge fast das bisherige Niveau erreichen. Beim Vergleich der einzelnen Branchen wird deutlich, dass Industrie und Verkehrsgewerbe von der Krise besonders getroffen wurden. Immerhin erwarten 43 Prozent der Industriebetriebe, dass sich die Lage verbessern wird, bei den Verkehrsunternehmen sagen das nur 16 Prozent. Viele Dienstleister hat die Krise dagegen mit Verzögerung und nicht ganz so hart getroffen. Sie werden aber voraussichtlich länger brauchen, um das Konjunkturtal wieder zu verlassen. Bei den Großhändlern sieht das Bild ebenfalls düster aus: Die überwältigende Mehrheit muss Umsatz- und Ergebnisrückgänge verkraften und erwartet auch keine durchgreifende Verbesserung. Vor allem kleinere Einzelhändler sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage unzufrieden. Dagegen konnten sich insbesondere größere Geschäfte gut behaupten. Im Gastgewerbe wird ein Rückgang bei der Anzahl der Gäste beklagt und auch die Hotels verbuchen weniger Geschäftsreisende. Hier ist der konjunkturelle Tiefpunkt offenbar noch nicht erreicht. Bei den Reisebüros überwiegen ebenfalls die negativen Einschätzungen.

Die Banken und Sparkassen sind, wie bereits bei der vorangegangenen Konjunkturumfrage, mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Mehrheit der Kreditinstitute bezeichnet das Firmenkundengeschäft sogar als „gut“. Da die Unternehmen in dieser schwierigen konjunkturellen Lage Liquidität benötigen, werden in stärkerem Maße Kontokorrentkredite und Betriebsmitteldarlehen nachgefragt.
   

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