| Rheinische
Wirtschaft im Hoch
MAAS RHEIN. Der
Konjunkturaufschwung im Rheinland hat sich in den
letzten Wochen deutlich beschleunigt. Und er wird sich
im laufenden Jahr fortsetzen, wenn auch mit vermindertem
Tempo. Das ist das Ergebnis des heute in Köln
vorgestellten IHK-Konjunkturbarometers der fünf in der
IHK-Initiative-Rheinland zusammengeschlossenen
Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg,
Düsseldorf, Köln und Mittlerer Niederrhein. Beteiligt
an der IHK-Konjunkturumfrage haben sich knapp 2.000
Betriebe zwischen Maas und Sieg, zwischen Niers und Ahr,
die zusammen rund 275.000 Mitarbeiter beschäftigen.
"Der Konjunkturaufschwung ist stabil. Er hat
sämtliche Branchen und Betriebe aller Größenklassen
erfasst. Angesichts guter Geschäftserwartungen sowie
positiver Investitions- und Beschäftigungspläne zeigt
er sich zudem robust," fasst Dr. Udo Siepmann,
Hauptgeschäftsführer der federführenden IHK
Düsseldorf zusammen. Die rheinische Wirtschaft
beurteile dabei sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als
auch die Perspektive für das Jahr 2011 merklich besser
als noch im letzten Herbst. Damit übertreffe das
Konjunkturklima im Rheinland derzeit sogar noch die
Stimmung in den Boom-Jahren 2006 bis 2008. Allerdings
habe die Wirtschaft trotz der kräftigen Erholung den
Rückschlag aus der Wirtschaftskrise noch nicht zur
Gänze wieder wettmachen können. Bis auf die
Bauwirtschaft und den konsumnahen Großhandel habe sich
in allen Branchen die Geschäftslage seit Herbst 2010
nochmals verbessert. So meldeten insgesamt 44 Prozent
aller Betriebe derzeit eine gute Geschäftslage,
während weniger als zehn Prozent unzufrieden seien. Der
Lageindikator sei damit auf einen Wert von 35
Prozentpunkten gestiegen, nach 23 Punkten im letzten
Herbst. Nicht ganz so deutlich sei die Verbesserung der
Geschäftserwartungen für das Jahr 2011: Der
Erwartungsindex erreiche aktuell 33 Punkte, nachdem er
im Herbst bereits bei 30 Punkten gelegen hatte. Risiken
für den Aufschwung sehe die rheinische Wirtschaft dabei
vor allem bei den Preisen und der Verfügbarkeit von
Energie und Rohstoffen sowie bei der Inlandsnachfrage.
"Insgesamt wiegen diese Risiken aber nicht so
schwer, dass es zu einem Ende des Aufschwungs kommen
kann. Im Gegenteil: Der Aufwärtstrend ist derzeit sehr
robust. Lediglich das Aufschwungstempo dürfte im
Jahresverlauf etwas nachlassen, zumal die Erwartungen
inzwischen knapp von den aktuellen Lagebeurteilungen
übertroffen werden", analysiert Siepmann.
"Der Arbeitsmarkt hat sich mit dem
Konjunkturaufschwung im vergangenen Jahr schnell erholt.
Die Sicherung des Fachkräftebedarfs wird daher für die
rheinische Wirtschaft wieder zum Thema", so Dr.
Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln.So
liege die Beschäftigung bereits seit Monaten wieder
über ihrem Vorkrisenniveau und die Arbeitslosigkeit
zuletzt darunter. Ein potenzieller Fachkräftemangel
beschäftige die Unternehmen durchaus: Für rund 24
Prozent aller Betriebe stelle die Schwierigkeit,
ausreichend qualifiziertes Personal zu finden, bereits
ein Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung dar.
Zwei Drittel der Betriebe hielten bereits jetzt eigene
Maßnahmen für notwendig, um ihren künftigen
Fachkräftebedarf zu decken. Als Königsweg sähen sie
dabei die Bildung an: Denn mit deutlichem Abstand
dominierten die eigenen Anstrengungen für Aus- und
Weiterbildung, die zu verstärken jeweils über 40
Prozent aller Betriebe beabsichtigten. "Auch eine
intensivere Zusammenarbeit mit Hochschulen steht bei 27
Prozent der Betriebe hoch im Kurs, um ihren
Fachkräftebedarf zu sichern", so Dr. Ferger
abschließend.
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